Der RCDS Freiburg e.V. nimmt im Folgenden Stellung zu der sog. „Transformationsuni 2.0“ und der eigenmächtigen Besetzung des Hörsaals 1010 durch eine kleine Gruppe von Aktivisten.

Derzeit wird an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg das größte Gebäude für Lehrveranstaltungen, das KG2 renoviert. Im Zuge dieser Bauarbeiten kommt es bereits seit Monaten zu Problemen mit der Hörsaalbelegung. Die Studierenden müssen auf zahlreiche im gesamten Stadtgebiet verteilte Hörsäle ausweichen. In den vergangenen vier Semestern mussten sie es auf Online-Formate.

Vor diesem Hintergrund ist das Vorgehen der Universitätsverwaltung im Zusammenhang mit der sog. „Transformationsuni 2.0“ unverantwortlich. Die Entscheidungsträger der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg verpassen erneut einen angemessenen Umgang mit einer kleinen an Gruppe Aktivisten und entscheiden sich stattdessen dafür, dass eine Vielzahl von Studierenden unter der egoistischen Meinungsmache Einzelner leidet. Durch den Wegfall des momentan größten Hörsaals entsteht ein massives Raumproblem, das durch die angespannte Hörsaalbelegung nicht behoben werden kann. Der Lehrbetrieb wird in vielen Fällen gestört oder gar unterbrochen.

Das Versagen der Universitätsleitung führt zu einem weiteren Ansehensverlust der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg in der Öffentlichkeit. Die fachliche Qualität der Lehre, die bereits in den vergangenen Jahren unter der COVID-19-Pandemie gelitten hat, kann eine weitere tiefgreifende Störung des Universitätsbetriebes nicht ertragen. Gerade im Anbetracht der bevorstehenden Prüfungsphase stellt das Verhalten Einzelner für die Mehrheit der Studierenden eine Zumutung dar. Die Mehrheit der Studentenschaft wünscht sich einen reibungslosen Ablauf der Präsenzlehre!

Erneut haben die Aktivisten der sog. „Transformationsuni 2.0“ gezeigt, dass sie im deutlichen Widerspruch zu demokratischen Strukturen und Diskussionen stehen. Die Aktivisten fordern, dass ihnen Gehör verschafft wird. Hierzu laden sie einseitig Referenten, die bereits ihre Forderungen vertreten und die Besetzung unterstützen. Von universitärem Meinungspluralismus ist dieses Vorgehen weit entfernt. Stattdessen fallen die Aktivisten durch störende Zwischenrufe gegenüber anderen universitären Veranstaltungen auf.

Für uns steht fest: Mit Menschen wie den Aktivisten der sog. „Transformationsuni 2.0“, die unsere demokratischen Strukturen verachten, darf nicht verhandelt werden. Daher fordern wir die sofortige Freigabe des Hörsaals 1010. Notfalls durch eine polizeiliche Räumung des größten Hörsaals der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

Der RCDS Freiburg e.V. setzt sich seit Jahren mit demokratischen Mitteln für einen aktiven Beitrag der Universitäten des Landes ein. Hierfür stehen wir mit Landespolitiker in Verbindung, um die Klimaneutralität der Universitäten im Land Baden-Württemberg zu erreichen. Die Forderungen der sog. „Transformationsuni 2.0“ sind jedoch utopisch und weltfremd. Sie schaden dem Ansehen der Klimabewegung und sorgen für eine Radikalisierung und Polarisierung der notwendigen, demokratischen Debatte.

Durch die vorliegende Stellungnahme wird deutlich, dass keineswegs die stille Mehrheit der Studierenden das eigenmächtige Vorgehen Einzelner unterstützt. Für viele ist es eine Zumutung und die Passivität der Universitätsleitung stößt auf völliges Unverständnis. Die Verantwortlichen entlarven erneut: Die Zusagen, den Studierenden das Lernen nach der COVID-19-Pandemie zu erleichtern, sind leere Versprechungen!

Im Namen der Mitglieder des RCDS Freiburg,

Ventur Conrads

Vorsitzender des RCDS Freiburg e.V.

Julia Gräber

Stellvertretende Vorsitzende des RCDS Freiburg e.V.