Wir halten den Entschluss des Rektorats, die UB ab Oktober nachts im Zeitraum von 0 – 7 Uhr zu schließen, für falsch. Schon im Wahlkampf haben wir uns unter dem Motto „Bildung kennt keine Öffnungszeiten“ dafür eingesetzt, die Nachtöffnung der UB in möglichst weitem Umfang zu erhalten.
Die UB als Hauptlernort der meisten Studenten darf nicht leichtfertig Sparzwängen der Uni zum Opfer fallen – weder was Öffnungszeiten noch anderes vermeintliches Einsparpotential betrifft.

Angemessen wäre es zumindest, die neuen Öffnungszeiten der UB auf 6 – 1 Uhr zu korrigieren. Dies entspricht, um nur ein Beispiel zu nennen, den Betriebszeiten der Straßenbahn und ermöglicht eher einen frühen Start in den Lerntag ohne Schlangestehen vor dem Eingang.
Zudem setzen wir uns dafür ein, die UB zu Prüfungs- und Hausarbeitenzeiten weiterhin auch durchgehend geöffnet zu halten. Statt – wie vom Rektorat als Kompensation geplant an 16 Wochenenden die Bibliothek im KG IV zu öffnen – sollte zu diesen Spitzenzeiten die UB weiterhin für 24 Stunden am Tag zur Verfügung stehen, alleine schon um den Nutzeransturm besser verteilen zu können. Wann die UB am stärksten frequentiert ist, wird sich über die erhobenen Daten und durchgeführten Nutzerzählungen gut nachvollziehen lassen. Nachdem mit Eröffnung der UB schon das juristische Seminar aufgelöst wurde und mit der Sanierung des KG II viele weitere Plätze, auch für Lerngruppen, in Bälde entfallen ist eine solche Regelung als Mindestmaß an Platzangebot für die Studenten dringend erforderlich. Selbst wenn sich so eine Nachtöffnung nur noch an insgesamt einigen Wochen im Jahr ergeben sollte, würde die Universität den studentischen Interessen mit einer solchen Lösung schon deutlich entgegenkommen.

Zugleich möchten wir kritisch hinterfragen, ob die Energieeinsparung, die sich durch die Abschaltung der Tischlampen tagsüber ergibt, verhältnismäßig gegenüber den gesundheitlichen Interessen der Bibliotheksnutzer ist. Diese Abschaltung betrifft den Großteil der Tischlampen, die seit Kurzem nach spätestens 60 Sekunden (und nicht wie früher nach 30 Minuten) automatisch wieder erlöschen. Vermutlich handelt es sich dabei nicht um einen Defekt, sondern um eine mit dem Ziel der Kosteneinsparung eingeführte Maßnahme. Leselicht würde helfen, die Augen viellesender Studenten zu schonen. Durch die bereits bestehende stündliche automatische Abschaltung der Tischlampen wird einem unnötigen Energieverbrauch bereits vorgebeugt. Dass nun zusätzlich durch diese neue automatische Abschaltung aller Tischlampen dem Einzelnen die Möglichkeit genommen wird, selbst zu entscheiden, ob gerade auch im Winter das zur Verfügung stehende Tageslicht für ein angenehmes und gesundes Lernen ausreicht, halten wir für falsch.

Wir werden uns im StuRa sowie im Senat dafür einsetzen, dass künftig auch studentische Mittel der UB zugewendet werden können, damit es zumindest keine weitergehenden Einsparungen gibt. Dies wäre eine Verwendung der finanziellen Mittel, die eindeutig im Interesse aller Studenten stünde.