Die Verfasste Studierendenschaft hat einen linksextremen IT-Admin angestellt, dessen Wohnung im Zuge des Verbotsverfahrens gegen die linksextreme Internetseite linksunten.indymedia.org durchsucht wurde. Dabei entdeckte man auch Festplatten, die der Verfassten Studierendenschaft als Back-Up dienten und auf denen sich verschlüsselte Daten von knapp 25.000 Studenten befanden. Seitdem versucht die Polizei die Datenträger zu sichten, um festzustellen, inwieweit sich auf diesen auch andere relevante Daten befinden.

Nun ist dies natürlich ein unbefriedigender Zustand, doch es rechtfertigt keineswegs die Selbstinszenierung, die seitem stattfindet. Man verpulverte im Eilrechtsschutzverfahren tausende Euro, zog bis vor das Bundesverfassungsgericht – und verlor.

Anstatt hinter jeder Ecke den bösen orwellschen Repressionsstaat zu wittern, hätte man sich jedoch lieber um die eigentlichen Probleme kümmern sollen: Wieso wurden die Daten nicht in Räumen der Universität oder einem Bankschließfach aufbewahrt? Warum stellt die VS einen extremistischen Systemadministrator ein? Wie konnte man den Hintergrund der Person nicht gründlich prüfen?

Letztlich ist das Vorgehen symptomatisch für die strukturellen Probleme. Man ist auf dem linken Auge blind und ordnet den eigenen Dogmen alles unter. Darunter leidet nicht nur die Privatsphäre und das Sicherheitsgefühl aller Studenten – könnten die Daten ohne Probleme vom linksextremen Mitbetreiber zu allen möglichen kriminellen Zwecken verwendet worden sein – sondern vor allem auch ihr Geldbeutel, indem man die Pflichtbeiträge zu diesem absurden Justizkrieg verwendet. Dass die Polizei alle Beweismittel selbst sichten muss und sich nicht auf die Beteuerung, es sei nichts anderes darauf, verlassen kann, ist ja wohl einleuchtend.

Der Umstand, dass man ernsthaft erwägt im Hauptsacheverfahren erneut zu klagen, die Kosten als Peanuts abtut und sich mit Freude den RAF-Unterstützern der Roten Hilfe an den Hals wirft, bestätigt einmal mehr das enorme Extremismusproblem.