Unsere Themen

Mit diesen Themen sind wir zu den Uniwahlen 2014 angetreten. In der nächsten Legislaturperiode möchten wir uns daher insbesondere in diesem Sinne engagieren:

Digitale Hochschule

Die deutsche Unilandschaft hat sich seit Jahrzehnten kaum verändert – bis auf einen Punkt: Heute studieren mehr als zwei mal so viele Abiturienten wie noch vor 25 Jahren. Überfüllte Hörsäale sind daher an der Tagesordnung. Die Uni verstärkt das Problem, indem sie immer häufiger mittelbar und unmittelbar Anwesenheitspflichten durchsetzt. Dabei fallen den Professoren immer wieder neue Möglichkeiten ein, die Studenten in die Vorlesung zu zwingen, etwa nur lückenhafte Bereitstellung von Materialien außerhalb der Veranstaltungen.
Mit ILIAS und ähnlichen Portalen bietet die Uni schon heute E-Learning Plattformen – wir fordern, dieses Angebot massiv auszubauen mit dem Ziel, dort auch Aufzeichnungen kompletter Vorlesungen anzubieten! On-Demand Inhalte erfahren seit Jahren immer größeren Zuspruch; der Abruf von Inhalten genau dann, wenn sie benötigt werden, macht auch zum Erfüllen individueller Lernbedürfnisse und zum Auffrischen der Studieninhalte viel Sinn. Durch ein vergrößertes digitales Angebot lässt sich besseres Lernen auf hohem Niveau gewährleisten. Zudem lässt sich die Lernzeit flexibler gestalten und das Problem überfüllter Veranstaltungen entschärfen, wenn ganze Vorlesungen im Internet bereitgestellt werden und zugleich Anwesenheitspflichten gelockert oder aufgehoben werden.

Landesweites Semesterticket

Unser aktuelles Semesterticket kostet 89 € pro Semester und gilt nur für den Bereich des Freiburger Verkehrsverbundes RVF – es ist also noch nicht einmal möglich, mit dem Semesterticket zu den EUCOR-Partneruniversitäten in Karlsruhe oder Basel zu fahren. Daher werden schon seit einigen Monaten Verhandlungen geführt, um für Freiburg ein landesweites Semesterticket einführen zu können. Ein aus zwei Bausteinen bestehendes Ticket, bei dem zunächst verpflichtend das RVF-Ticket gekauft werden muss und nur darauf aufbauend das landesweite Ticket erworben werden kann, ist jedoch zu kompliziert und wird sehr teuer werden. Hier wurde schlecht verhandelt!
Wir setzen uns für ein landesweites Semesterticket ein, wie es schon in Hessen, NRW und Sachsen besteht. Für ein solches Ticket ist ein Preis von etwa 200 € im Semester realistisch, der mit dem Semesterbeitrag zu zahlen wäre und es erlauben würde, alle Nahverkehrszüge in Baden-Württemberg kostenlos zu nutzen. Dabei sollte die UniCard als Fahrkarte genutzt werden können, wie bspw. auch schon die Goethe-Card der Frankfurter Goethe Uni.

Erasmus stärken – Internationalisierung ausbauen

20 Bewerbungen auf den einen Erasmus-Platz in Paris, Stockholm oder Barcelona? Aktuell leider Realität, denn zwar bieten die einzelnen Fakultäten insgesamt an 300 Partnerhochschulen mehr als 1.000 Austauschplätze an, gerade für beliebte Länder gibt es aber stets deutlich mehr Bewerbungen als Plätze.
Wir sind für einen zielgerichteten Ausbau der Erasmus-Plätze an stark nachgefragten Partnerunis, damit sich die Chancen erhöhen, auch wirklich an der Wunschuni ein Auslandsjahr verbringen zu können. Dafür beabsichtigen wir, in Zusammenarbeit mit den Auslandsbeauftragten und dem International Office eine Statistik über die beliebtesten Austauschziele zu erstellen, um diese dann unserem Rektorat und den beteiligten Partnerunis vorlegen zu können.
Zudem möchten wir uns im Senat für einen Ausbau der internationalen Netzwerke der Uni einsetzen, um vermehrt binationale Studiengänge mit doppelten Abschlüssen anbieten zu können. Die EUCOR-Initiative aus französischen, schweizerischen und deutschen Unis, der auch die Uni Freiburg angehört, ist leider immer noch stark ausbaufähig. Andere grenznahe Unis in Deutschland wie die Universität des Saarlandes oder die Viadrina-Uni in Frankfurt an der Oder machen vor, wie eine gelungene Kooperation mit Unis in den Nachbarstaaten Deutschlands aussieht – solche Projekte braucht die Uni Freiburg ebenfalls, um den länderübergreifenden Informationsfluss und Wissensaustausch weiter zu fördern.

Jura-Diplom einführen

Alle juristischen Fakultäten in Deutschland verleihen nach dem ersten Staatsexamen auf Antrag zusätzlich einen akademischen Grad – bis auf zwei Ausnahmen: Heidelberg und Freiburg. Diese Praxis beeinträchtigt gerade diejenigen, die schon nach dem ersten Staatsexamen ins Berufsleben einsteigen wollen oder keinen der klassischen juristischen Berufe ergreifen möchten.
Für die Einführung eines akademischen Grades spricht vor allem die gegenwärtige Situation auf dem Arbeitsmarkt, die eine Arbeit außerhalb der Anwaltschaft oder des Staatsdienstes sehr attraktiv macht. International sind die deutschen Staatsexamina wenig geläufig. Auch heute schon ist das juristische Studium durch die dreimonatige praktische Studienzeit stark berufsorientiert. Die Verleihung eines akademischen Grades ist zudem gesetzlich möglich – dieser Rahmen müsste lediglich noch ausgeschöpft werden.
Die Einführung des Diplimjuristen bedarf auch nur einer geringfügigen Änderung der Freiburger Prüfungsordnung, durch die sich am sonstigen Studium keine Veränderungen ergeben würde. Trotz all dieser Argumente lehnt die juristische Fakultät die Einführung des Diplomjuristen aktuell mit teils fragwürdigen Begründungen ab. Wir möchten uns daher im Senat dafür einsetzen, dass das Jura-Diplom auch nach Freiburg kommt!

Verantwortungsvolle Haushaltspolitik der Verfassten Studierendenschaft

Im Sommersemester hat die Verfasste Studierendenschaft erstmals einen verpflichtenden Semesterbeitrag von allen Studenten eingezogen – insgesamt hat sie ein Budget von etwa 360.000 € im Jahr. Uns stellen sich dabei viele Fragen: Wieso sind wir Mitglied eines umstrittenen Dachverbandes, für den wir bald mehr als 17.000 € jährlich zahlen müssen? Weshalb fließt ein Drittel des Budgets in Gehälter und Aufwandsentschädigungen? Warum wird mit den Beiträgen aller Studenten die Zeitschrift des Asta finanziert?
Unis wie Mainz und Mannheim sind in der letzten Zeit schon aus dem fzs ausgetreten – diesem Beispiel sollten wir folgen. Die Mitgliedschaft wird uns in Zukunft viel Geld kosten, bringt uns aber nichts, da bei diesem Verband viel Geld in Interna versickert. Ein solcher Selbstbedienungsladen darf nicht auf Kosten von uns Studenten gefördert werden!
Für eine Bezahlung von Asta-Referenten und Stura-Präsidium sehen wir keinen Grund, vor allem da die Arbeit in den Fachbereichen und Initiativen komplett ehrenamtlich läuft. Wir finden: Jedes Engagement, das kein full time-Job ist, sollte Ehrenamt bleiben!
Andere studentische Presseprojekte machen es vor: Es gibt alternative Finanzierungskonzepte, die Zeitschrift des Asta vollständig aus Semesterbeiträgen zu finanzieren ist nicht erforderlich. Wir halten es für falsch, dass die gesamte Studentenschaft für jede Ausgabe der „berta“ mit ausschließlich politisch weit links orientierten Artikeln 500 € aufwenden soll!
Alleine durch diese drei Punkte ergibt sich ein Einsparpotential von etwa 50.000 €. Wir fordern, dieses Potential so zu nutzen, dass alle Studenten davon profitieren – entweder über eine Senkung des Semesterbeitrags oder durch eine Aufstockung der Fachbereichsbudgets.

Erfolgreicher Start der neuen UB

Im Frühjahr soll die neue UB eröffnet werden: Diese wird, insbesondere durch die Schließung der KG II-Bibliotheken, sehr voll werden. Wir fordern die Uni auf, Maßnahmen zu ergreifen, um den zu erwartenden Platzmangel zu steuern. Eine Möglichkeit hierfür ist die Einführung eines Ampelsystems zur Erfassung der Auslastung der UB, die auf der Website der Uni und in einer zu schaffenden App angezeigt werden könnte. Maßstab dafür kann die Auslastung des WLAN-Netzes sein, aus der sich die Verfügbarkeit von Plätzen errechnen lässt.
Gerade in Hausarbeitszeiten und vor Prüfungsphasen ist das WLAN-Netz so überlastet, dass es teils gar keinen Zugang zum VPN mehr gibt – es steht zu befürchten, dass sich dies in der neuen UB nicht verbessern wird. Wir treten dafür ein, das Netz so gut wie möglich auszubauen und gleichzeitig Alternativen, etwa ein vergrößertes Angebot an LAN-Dosen, zu schaffen.
Viele Bücher, die sich derzeit in Seminarbibliotheken befinden, werden in Kürze ins Magazin der UB wandern, aus dem sie vor Benutzung entliehen werden müssen. Dadurch kann sich ihre Verfügbarkeit verschlechtern. Wir schlagen vor, die Ausleihfrist dieser Bücher in Hausarbeits- und Klausurzeiten von 28 auf fünf Tage zu verkürzen, um zu gewährleisten, dass diese Bücher möglichst vielen zur Verfügung stehen.

Mehr Arbeitsplätze für Mediziner

Das Semesterende rückt immer näher, Prüfungen und Hausarbeitsabgaben stehen bevor: Da bietet sich das konzentrierte Arbeiten in den Bibliotheken der Uni an, doch diese sind just in dieser Zeit völlig überfüllt.
Viele Studenten ärgert es, dass die Seminarbibliotheken oftmals von Medizin-/Zahnmedizin-Studenten belagert werden, die mit ihren Büchern schließlich überall lernen könnten. Teilweise werden sogar Schilder aufgestellt, dass die Mediziner auf den eigenen Lesesaal im Weissmannhaus ausweichen sollen.
Dies ist jedoch schon in Anbetracht der Zahlen keine Lösung: In Freiburg gibt es rund 3.300 Medizinstudenten. Der Lesesaal im Weissmannhaus hat nur 60 Leseplätze und 5 PC-Arbeitsplätze. Die 4 Arbeitsplätze in der „Bibliothek der Medizinischen Klinik“ lösen die Platznot ebenso wenig wie die 18 Leseplätze in der Chirurgischen Klinik.
Das Rektorat reagiert darauf abweisend: „Ihr Argument, dass die Zahl der Medizinstudenten in keinem Verhältnis zur Zahl der verfügbaren Lesesaalplätze steht, ist nicht ganz korrekt. Es sind 107 spezialisierte Plätze für Mediziner vorhanden, ferner Plätze in der UB“.
Die Plätze in der UB können nicht als Mediziner-Leseplätze gewertet werden, somit stehen nur für 3 % der Medizinstudenten Leseplätze zur Verfügung – viel zu wenige.
Deshalb fordern wir: Leseplätze für Mediziner: Nicht irgendwo im Nirgendwo, sondern zentrumsnah in der neuen UB.