Hochschulgruppen sagen Papierflut bei Uniwahlen den Kampf an

Auf Initiative der Juso-Hochschulgruppe werden einige Hochschulgruppen bei den diesjährigen Universitätswahlen den ausufernden Plakat- Wahlkampf eindämmen, doch der u-asta ist als Vertreter der Fachschaften dagegen.

Bald ist es wieder soweit: Am 9. und 10. Juli finden an der Universität Freiburg die alljährlichen Uniwahlen statt – und mit ihnen auch die Papierflut in Form von Wahlplakaten und Flyern.
Doch dieses Jahr soll alles anders werden: Auf Initiative der Juso-Hochschulgruppe wollen einige Hochschulgruppen gegen den Überfluss an Papier vorgehen, so zum Beispiel CampusGrün, die Liberale Hochschulgruppe (LHG) und der Ring Christlich- Demokratischer Studenten (RCDS).

„Die Studierenden sind das „Zutapezieren“ der Universitätsgebäude Leid“, so Jana Makowiec, Sprecherin der Juso-Hochschulgruppe.
Die Idee: Statt bislang in der ganzen Universität wild zu plakatieren, sollen in den Gebäuden der Universität an zentralen Orten Stellwände aufgestellt werden, an denen sich jede kandidierende Liste mit einigen wenigen Plakaten vorstellen kann. Zudem soll vermehrt auf Online-Wahlkampf gesetzt werden, indem im Internet unter anderem die Wahlprogramme auf der Universitätsseite und auf eigenen Seiten zu finden sein werden.

„Wir sparen uns den Aufwand, den es erfordert, jedes Gebäude zu plakatieren, unsere Kommiliton*innen sind weniger genervt und zu guter Letzt sparen wir Papier, womit wir als Studierende zeigen, dass wir verantwortungsvoll mit den Ressourcen umgehen können.“ , stellt Kai Wörner, Sprecher der Juso-Hochschulgruppe fest. Ein entsprechender Antrag wurde in die AStA-Sitzung eingebracht – und mit der absoluten Mehrheit des u-asta gegen die Stimmen von Juso-HSG, LHG und RCDS abgelehnt. Campusgrün, die im AStA nicht vertreten sind, haben der Sitzung extra beigewohnt, um über dieses Thema zu beraten. Leider kamen sie jedoch nicht zu Wort, da die Diskussion auf einen Antrag hin vorzeitig abgebrochen wurde. “Campusgrün steht geschlossen hinter dem Vorschlag der Jusos. Statt den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr zu sehen, würden den Studierenden gezielte und gut aufbereitete Informationen geboten und nicht zuletzt die Umwelt geschont. Deshalb waren wir enttäuscht vom Verhalten des u-asta, welcher unserer Meinung nach kein Interesse an einer gemeinsamen Lösung signalisierte, auch wenn eine solche so kurz vor der Wahl zugegebenermaßen schwer zu realisieren gewesen wäre.” so Milena Stegner, Vertreterin von Campusgrün.

Der u-asta, der dieses Jahr wieder mit zwei Listen zu den Senatswahlen antritt (bvs) und das größte Wählerpotential hat, flüchtet sich in Ausreden. Sie sind der Meinung, dass die Stellwände zu schwer zu organisieren seien, schließlich müsste dann jeder der über 50 Listen gleich viel Platz zur Verfügung gestellt werden. Auch eine Beschränkung auf die zur Senatswahl antretenden Listen sowie auf die Initiativen, die auf einen der 10 Plätze im Studierendenrat kandidieren, lehnen sie ab. „Die Ablehnung des u-asta bedauern wir sehr – schließlich sollten gerade sie als Vertreter der Fachschaften genau wissen, dass ihre Kommiliton*innen ein solches Vorhaben mehrheitlich befürworten.“, meint Kai Wörner.

Die Universitätsleitung hat indes ein derartiges Abkommen grundsätzlich begrüßt und vorgeschlagen, darüber vor den Uniwahlen 2014 zu verhandeln.

Um den Wünschen unserer Kommilitonen nachzukommen, werden Campusgrün, Jusos, LHG und RCDS vor den diesjährigen Uniwahlen deutlich weniger als bisher gewohnt plakatieren. “So haben wir auch ohne die Beteiligung des u-asta schnell zu einer unkomplizierten Lösung gefunden, wie die Papierflut bis zu einer Neuregelung des Wahlkampfs zumindest erheblich reduziert werden kann”, erklärt Claudius Klueting, Vorsitzender des RCDS Freiburg.